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Gebundene Ganztagsschule
Konzept - 2. Fortschreibung Juni 2013


Einleitung

Dieses Script stellt das Konzept vor, nach dem wir an der Dr.-Theo-Schöller-Mittelschule, Schnieglinger Straße 38, 90419 Nürnberg, in den gebundenen Ganztagsklassen arbeiten. Seit Beginn des Schuljahres 2011/12 arbeiten wir mit dem Träger „Schulhaus Nachmittagsbetreuung gUG“ zusammen.

Das Konzept versteht sich ergänzend zu unserem schuleigenen „Curriculum zur Förderung der Berufs- und Lebensreife“, das beschreibt, wie wir an der Dr.-Theo-Schöller-Mittelschule unsere Schüler/innen auf den Übergang in die Berufswelt vorbereiten, sowie zum schuleigenen Curriculum „Soziales Lernen“.

Für das Schuljahr 2013/14 ist ein Pilotprojekt an unserer Schule geplant. Es sollen drei Übergangsklassen, 5/6 Üa, 5/6 Üb, 7/8 Üa, im gebundenen Ganztag beschult werden.
Für dieses Projekt muss das Konzept den Bedürfnissen dieser Klassen angepasst werden. So findet sich in jedem Themenabschnitt ein spezieller Bereich, der die Methoden des Unterrichts in den gebundenen Übergangsklassen beschreibt. Es ist erklärtes Ziel die Übergangsklassen eng mit den Ganztagsklassen zu verknüpfen. Insbesondere die Kurse werden grundsätzlich in Mischgruppen besucht. So soll Spracherwerb auf ganz natürliche Weise im Sprachbad ermöglicht werden.

Sowohl das Konzept als auch die Materialien werden in der täglichen Arbeit an unserer Schule weiterentwickelt und den aktuellen Erfordernissen angepasst.

Alle Materialien dürfen selbstverständlich auch an anderen Schulen in Ganztags- oder in Regelklassen eingesetzt werden.

Das Konzept wurde entwickelt vom Team Ganztags der Dr.-Theo-Schöller-Mittelschule.

Die Materialien wurden erarbeitet von:
Sabine Nagel (Methodenplakate Wochenplanarbeit, Studierzeit, Freie Arbeit, Arbeit mit der Wörterklinik; Wochenplanformular Vorderseite sowie Rückseiten Jahrgang 5 und 6; Kompetenzübersichten Soziales Lernen 5/6, Englisch 6, Rechtschreibung 6; Lerntagebuch; Vorlagen Zielvereinbarungen Soziales Lernen; Handreichungen für die Honorarkräfte)
Heidi Seegets (Vorlage Zielvereinbarungsgespräch)
Christiane Heerwagen (Kompetenzübersichten Deutsch, Mathematik 7; Lerntagebuch, Wochenplanformulare 7, 8/9).
Kathrin Neubauer (Methodenplakat Stationenarbeit, Kompetenzübersicht Mathematik Jahrgang 5 und 6)
Michael Lexa (Kompetenzübersicht Soziales Lernen Jahrgang 7)

Eine ständig aktualisierte Liste aller zur Verfügung stehenden Freiarbeitsmaterialien sowie der Ansprechpartner für die einzelnen Materialien befindet sich auf dem Rechner im Lehrerzimmer.

Der „Wörterklinik“ liegt folgende Veröffentlichung zugrunde:
Beate Leßmann, Schreiben und Rechtschreiben, Agentur Dieck, Heinsberg 1998.

Nürnberg, im Juni 2013
C.Heerwagen
Lehrerin
Ganztagskoordinatorin der Dr.-Theo-Schöller-Mittelschule Nürnberg

 

Wenn im Text von Lehrerinnen oder Schülerinnen die Rede ist, ist jeweils die männliche Form mitgedacht und enthalten.

Allgemeines

An der Dr. Theo-Schöller-Schule führen wir neben der offenen Ganztagsbetreuung für Regelklassen auch eine offene Ganztagsbetreuung für Übergangsklassen.
Seit dem Schuljahr 2008/09 führen wir aufbauend einen gebundenen Ganztagszug. Jeweils eine Klasse pro Jahrgang wird zuverlässig ganztags von 07:45 Uhr bis in der Regel mindestens 15:30 Uhr unterrichtet.
Im Schuljahr 2013/14 werden auch drei Übergangsklassen  in den Jahrgangsstufen 5/6 und 7/8 im Rahmen des gebundenen Ganztages unterrichtet.
Die Ganztagsklassen führen den Buchstaben „g“ im Klassennamen.
Wir sind uns der besonderen Verantwortung bewusst, auch und gerade im Ganztagszug jedem Schüler und jeder Schülerin einen anregenden, methodenvielfältigen Unterricht, eine individuelle Förderung und ein gesundes Klassenklima zukommen zu lassen, da die Schüler/innen sehr viel (Lebens-)Zeit in der Ganztagsklasse verbringen.
Diesen Anspruch bemühen wir uns täglich durch folgende Methoden und Bausteine zu erfüllen:

Es ist uns ein Anliegen, diese Methoden auch in den Regelklassen zur Routine werden zu lassen. Dies wird durch regelmäßige SCHILFs und Reflexionen ermöglicht.

Soziales Lernen nach dem schuleigenem Curriculum
Dieses schuleigene Curriculum sieht vor, soziale und personale Kompetenzen schwerpunktartig zu bestimmten Zeiten im Schuljahr besonders intensiv zu trainieren. Ein Materialordner für jede Jahrgangsstufe ermöglicht Kolleginnen aller Klassen, Kompetenzen in überlegten Bausteinen nachhaltig anzubahnen und zu intensivieren. Standardisierte Beobachtungsbögen schließen die Themenblöcke ab und ermöglichen die Dokumentation und Reflexion der Unterrichtseinheiten. Schülerinnen mit höherem sozialem Förderbedarf wird die Möglichkeit gegeben, mehrfach zu einzelnen Themeneinheiten Förderbausteine zu durchlaufen. Die explizite Beobachtung jeder Schülerin im Aufbau ihrer Kompetenzen ermöglicht ein unmittelbares und zielgenaues Einwirken bei weiterreichendem Handlungsbedarf. Die Jahrgangsstufensprecher haben den Auftrag, in den Jahrgangsstufen die notwendigen Absprachen zu treffen, dass das Curriculum in allen Klassen umgesetzt wird.

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Soziales Lernen im Klassenverband
Im gebundenen Ganztagsbereich ist zur Anbahnung sozialer Kompetenzen eine Unterrichtsstunde pro Woche im Stundenplan fest verankert. Soziales Lernen erfährt deshalb einen hervorgehobenen Stellenwert, weil Ganztagsschüler wirklich Lebenszeit in und um das Schulhaus herum verbringen, die sie nicht permanent unter rigider Aufsicht und in Reglementierung zubringen können, sondern als zunehmend sozialkompetente Menschen ohne Steuerung Erwachsener gewinnbringend gemeinsam zu nutzen lernen sollen. Alle Bausteine sozialer Förderung zielen darauf ab, ein gelingendes und verantwortungsvolles Verhalten der Schülerinnen untereinander und Verantwortungsbewusstsein für ihr eigenes Handeln zu fördern. Gemeinschaftliche Debatten, Partizipation an Entscheidungen sowie demokratische Entscheidungsfindung und Konfliktlösung im Klassenrat gehören ebenso zu diesem Förderkonzept. Innerhalb des Unterrichts nehmen partnerschaftliche und gemeinschaftliche Arbeitsformen einen hohen Stellenwert ein. Es werden Unterrichtsanlässe geschaffen, die Team- und Gruppenarbeit bedingen. Auf die saubere Einführung sozialförderlicher Arbeitsformen sowie auf die Reflexion derer in den Klassen wird großer Wert gelegt.

Da es im Curriculum Soziales Lernen eine besonders angelegte Zeitschiene auch für die Übergangsklassen gibt, werden diese ebenfalls eine Stunde pro Woche zur Anbahnung sozialer Kompetenzen nutzen.

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Eigenverantwortliches Arbeiten
Es ist uns wichtig, die Schülerinnen zunehmend zu eigenverantwortlichem Lernen und Arbeiten hinzuführen. Das heißt, die Schülerinnen sind zunehmend bereit, fähig und verpflichtet, für das eigene Handeln, Reden und Unterlassen Verantwortung zu tragen.
Da die meisten unserer Schülerinnen diese Fähigkeit erst langsam erlernen müssen, sind wir als Lehrkräfte verpflichtet, sie dorthin zu führen. Wir können sie damit nicht allein lassen. Die Schülerinnen benötigen unterschiedlich viel und unterschiedlich lange Unterstützung auf ihrem Weg zum eigenverantwortlichen Arbeiten und Lernen.
Bereits in der fünften Klasse werden im handlungsorientierten, schülerzentrierten, aber auch im ganz normalen Fachunterricht Methoden eingeführt, die die Schülerinnen im produktiven, kommunikativen und explorativen Handeln eigenaktiv tätig werden lassen (siehe z. B. Tabelle in KLIPPERT S. 177). Wichtig ist, dass einmal eingeführte Methoden spiralcurricular gepflegt werden, d. h., dass sie nach der Einführung immer wieder im Schuljahr und auch in den folgenden Schuljahren trainiert und verfeinert werden.
Beherrschen die Schülerinnen eine Methode, kann diese auch in Hochformen wie Projektarbeit, Stationenarbeit, Freie Arbeit oder im Wochenplanunterricht eingesetzt werden.

Bereits in der 5. Jahrgangsstufe der Übergangsklassen werden im Rahmen der Möglichkeiten handlungsorientierte und schülerzentrierte Methoden eingeführt. Die Schülerinnen sollen die gleichen Möglichkeiten haben, wie sie für die Schülerinnen der Regelklassen bereits Standard sind. Beim Übertritt in die Regelklasse ist dann das Ankommen erleichtert, denn die  Methodenkompetenz ist dann angebahnt.

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Wochenplanarbeit
Die Wochenplanarbeit ist die zentrale Unterrichtsform im Ganztagszug. Es ist vor allem ein zeitgebendes Strukturelement. Hier lernen die Schülerinnen Stück für Stück, eigenverantwortlich zu arbeiten, ihre Zeit einzuteilen und im Rahmen von Wahlpflichtaufgaben ihre Lernaktivitäten auch selbst sinnvoll auszuwählen. Dadurch, dass die Schülerinnen selbstständig arbeiten, bleibt für die Lehrkraft Zeit, einzelne Kinder individuell zu fördern und Lerngespräche zu führen.
In der 5. und 6. Klasse haben die Schülerinnen täglich eine Stunde Wochenplanarbeit, wenn möglich jeweils in der 1. Stunde. Ab der 7. Klasse sind weiterhin insgesamt fünf Stunden pro Woche Wochenplanstunden vorgesehen, allerdings können die Stunden auch anders im Stundenplan verteilt sein, sodass auch Wochenplandoppelstunden und „wochenplanfreie Tage“ möglich sind.
Der Wochenplan hat fünf Aufgaben. Im Pflichtteil stehen die Aufgaben, die das unbedingte „Muss“ an Übungen enthalten. Im Wahlpflichtteil sind Aufgaben, die die Kinder zusätzlich zur Übung wählen, je nach individuellem Übungsbedarf. Überschriften über den Wahlpflichtangeboten im Wochenplanformular leiten die Kinder dazu an, ihre Wahlpflichtaufgaben nach sinnvollen Gesichtspunkten auszuwählen. Auf der Wochenplanrückseite reflektieren die Schülerinnen die Woche und ihren Lernerfolg.
Der Wochenplan umfasst die Fächer Deutsch (inkl. Lesen), Englisch und Mathematik, in Einzelfällen auch andere Fächer. Wo sinnvoll und möglich, sind die Aufgaben mit einer Selbstkontrolle versehen. Für den Wochenplan sind die an unserer Schule eingeführten Formulare (siehe Anhang) zu verwenden, die in Absprache mit dem Team Ganztags auch weiterentwickelt und an die jeweilige Jahrgangsstufe und Klassensituation angepasst werden können.

In den Übergangsklassen wird von Anfang an mit dem Wochenplan gearbeitet. Speziell auf die Sprachsituation der Kinder zugeschnittene Wochenplanformulare erleichtern die Orientierung bei der Arbeit. Im Laufe der Zeit wird er immer weiter an die individuelle Sprachfähigkeit des Kindes angepasst und verändert. Anfänglich wird mit Piktogrammen gearbeitet, später kann man das Wochenplanformular mehr und mehr dem im Ganztag Üblichen angleichen.

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Arbeit mit Kompetenzrastern oder -übersichten
Kompetenzraster oder Kompetenzübersichten veranschaulichen den Schülerinnen zu Beginn des Schuljahres, welche Kompetenzen sie im Laufe des Schuljahres in einem Fach oder Bereich erwerben können bzw. sollen. Wenn eine Schülerin eine Kompetenz erworben hat, kann sie sich das im Kompetenzraster (z. B. durch einen Stempel) mit Datum vermerken lassen.
Die Art und Weise, wie Schülerinnen zeigen können, dass sie die Kompetenz tatsächlich erworben haben, kann unterschiedlich sein, z. B. durch eine Probe oder eine richtig gelöste Teilaufgabe in der Probe, durch Bearbeitung dafür vorgesehener Arbeitsblätter oder Karteikarten, oder durch ein Schüler-Lehrer-Gespräch.
Kompetenzraster schlüsseln die Kompetenzen in unterschiedliche Niveaustufen auf, während Kompetenzübersichten nur die Kompetenz nennen, die es zu erwerben gilt.
Die Arbeit mit Kompetenzrastern erfordert das Vorhandensein entsprechender Diagnose- und Übungsmaterialien, die zurzeit an unserer Schule (noch) nicht vorhanden sind. Daher arbeiten wir hauptsächlich mit Kompetenzübersichten, bisher im Bereich „Soziales Lernen“, Rechtschreibung, Englisch und Mathematik. Weitere Kompetenzübersichten werden nach und nach entwickelt. Die Arbeit mit Kompetenzrastern und -übersichten macht den Schülerinnen bewusst, was sie lernen können bzw. müssen, und gibt ihnen die Möglichkeit, aktiv auf die Erreichung einer Kompetenz hinzuarbeiten. Am Ende des Schuljahres kann die Schülerin zurückblicken und ihren Lernerfolg auch mit Hilfe des Kompetenzrasters reflektieren. Auf diese Weise fördern Kompetenzraster und ‑übersichten das eigenverantwortliche Arbeiten der Schülerinnen. Für die Arbeit mit den Rastern und Übersichten müssen in der Studierzeit und im Wochenplan oder/und in der Freien Arbeit genügend Zeiträume zur Verfügung gestellt werden.

Besonders im Rahmen des Spracherwerbs bieten sich Kompetenzraster und Übersichten an. Hier kann jedes Kind angepasst an seine individuelle Situation, aktiv am Erwerb der jeweilig für die Jahrgangsstufe notwendigen Kompetenzen arbeiten. Passende Übersichten müssen noch erstellt werden.

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Projektorientiertes Lernen
In den Ganztagsklassen soll regelmäßig projektorientiertes Lernen stattfinden. Diese kann in allen Fächern oder fächerübergreifend stattfinden.
Beim projektorientierten Lernen geht es darum, dass sich die Schülerinnen in Gruppen zusammenfinden und selbstständig ein Thema bearbeiten. Sie bearbeiten eine Aufgabe oder ein Problem von Anfang bis Ende, das heißt, von der Planung über die Durchführung bis zur Präsentation. Die Projektarbeit beginnt in der fünften Jahrgangsstufe und wird sukzessive in den weiterführenden Jahrgangsstufen vom Umfang her erweitert, so dass die Schülerinnen ihrem Lernstand entsprechend diese Aufgabe meistern können.
Eine Reflexion der geleisteten Arbeit gibt den Schülerinnen das notwendige Feedback für Verbesserungen und zeigt ihre Stärken und Schwächen auf.
Die Lehrkraft fungiert dabei als Ratgeberin und Begleiterin.
Die Leistungsmessung und -beurteilung erfolgt analog zur Projektprüfung.

Projektorientiertes Lernen bietet vielfältige Möglichkeiten für eine Übergangsklasse und sollte darum von Anfang an angestrebt werden.

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Förderung der Selbstreflexion, u. a. durch Portfoliolernen
Eigenverantwortliches Lernen kann nur gelingen, wenn die Schülerinnen auch ihr Lernen und Arbeiten reflektieren lernen. Dies wird von Anbeginn gefördert durch viele kleinere und größere Methoden wie z. B. die Daumenabfrage. Die Wochenplanrückseite verlangt in der 5. und 6. Klasse von jeder Schülerin, dass sie sich über die Woche Gedanken macht und notiert, was sie gelernt hat, was ihr Freude bereitet hat, und was sie geärgert hat.
Die Schülertexte auf der Wochenplanrückseite werden von der Lehrkraft gewürdigt, indem sie sie stets liest und gelegentlich auch schriftlich kommentiert. Manchmal führen die Texte auch zu Gesprächen mit der Schülerin oder zu Terminen, in denen sich die Lehrkraft z. B. in der Mittagspause noch einmal mit dem Kind zusammensetzt und etwas noch einmal erklärt.
Ab der 7. Klasse wird die Wochenplanrückseite schrittweise zu einem Lerntagebuch weiterentwickelt. Hierin machen sich die Schülerinnen noch konkreter (und häufiger) Gedanken über ihren Lernerfolg, ihre Schwierigkeiten und ihre Versuche, den Schwierigkeiten zu begegnen. Auch hier sind die Würdigung und die Begleitung seitens der Lehrkraft unabdingbar. Wenn sich die Schülerinnen ein bestimmtes Thema (unter Anleitung und Hilfe, soweit nötig) selbst strukturieren, daran eigenaktiv arbeiten und darüber reflektieren, dann findet Portfolioarbeit statt.
Die Lernaktivitäten, -ergebnisse und -reflexionen werden in einer Mappe oder in einem Heft gesammelt. Die Portfolioarbeit kann fächerverbindend oder fachspezifisch sein. Sie kann und sollte ähnlich wie die Phasen des Werkstattunterrichts angemessen in die Gesamtnote des Faches oder der Fächer einfließen.
Zielvereinbarungen zwischen Lehrkraft und Schülerinnen werden ab der 5. Klasse explizit getroffen. Die Schülerinnen vereinbaren zusammen mit der Lehrkraft ein Ziel und einen möglichen Weg, den sie gehen wollen, um das Ziel zu erreichen. Nach einer vereinbarten Zeit wird überprüft, ob das Ziel erreicht wurde. Auch Zielvereinbarungen können Teil einer Portfolioarbeit sein. In jedem Fall führen auch die Zielvereinbarungen die Schülerinnen zu eigenverantwortlichem Lernen hin.

Bereits der speziell für die Übergangsklassen erstellte Wochenplan enthält die Möglichkeit der Reflexion. Die Reflexion sollte von Anfang an angeleitet und aufgebaut werden. Sei es mit der Daumenabfrage oder später dann auch mit kurzen Texten, die die Schüler an die Lehrerin richten. In diesen geht es um Mitteilung der Lernerlebnisse und Erfahrungen der Woche.

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Lesestrategien
Die Ganztagsklassen nehmen nicht an der STIKK-Leseförderung teil, da in den Ganztagsklassen ohnehin individuell gefördert wird. Die Texterschließungstechniken aus dem STIKK-Skript S. 6 (siehe Anhang) sind dennoch verbindlich für die Ganztagsklassen. Leseförderung in den Ganztagsklassen findet über das ganze Schuljahr vielfach fächerübergreifend und individuell statt. Es bietet sich an, regelmäßig Lese-Aufgaben im Wochenplan zu verankern. Auch in den Fachunterricht, in den Projektunterricht, in den Werkstattunterricht wird die Leseförderung integriert.

Lesestrategien können in der Übergangsklasse umfassend genutzt werden.

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Studierzeit
In den Ganztagsklassen bekommen die Schülerinnen in der Regel keine schriftlichen Hausaufgaben auf. Damit trotzdem genügend Übungs- und Vertiefungsphasen vorhanden sind, gibt es die Studierzeit. Sie umfasst jeweils 4 bis 5 Wochenstunden, von denen 3 - 4 von einer Honorarkraft mit begleitet werden.
Die Aufgabe der Lehrkraft und der Honorarkraft besteht darin, den Kindern, die Probleme mit den gestellten Aufgaben haben, zu helfen und Dinge, die nicht richtig verstanden wurden, nochmals zu erklären. Differenzierungsstunden in die Studierzeit zu legen eignet sich besonders gut, um noch individueller auf die einzelnen Schwierigkeiten der Kinder eingehen zu können. Auch eine äußere Differenzierung ist dann während der Studierzeit möglich.
Die Studierzeit ist eine Stillezeit, jeder arbeitet für sich an seinem Platz.
Die zu erledigenden Aufgaben stehen an der Tafel. Gibt es mehrere Dinge zu tun, darf sich die Schülerin aussuchen, womit sie anfängt, aber generell gilt, das Schriftliche zuerst. Ist eine Schülerin mit ihren Aufgaben fertig, sucht sie sich selbst eine sinnvolle Aufgabe wie z.B. Vokabeln wiederholen.

Auch in der Studierzeit der Übergangsklassen ist eine Honorarkraft  oder die soz. päd. Fachkraft anwesend. So kann hier, wie in den gebundenen Regelklassen, differenziert werden. Ebenso können spezielle Gruppenarbeiten durchgeführt werden.

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Freie Arbeit
Die Freie Arbeit verstehen wir als eine Sonderform der Studierzeit. Alle Ganztagsklassen haben ein bis zwei Wochenstunden Freie Arbeit. Während dieser Zeit entscheiden die Kinder selbst, woran sie arbeiten wollen. Sie dokumentieren und reflektieren ihre Arbeit in einem Lerntagebuch. Für die Freie Arbeit stehen im Klassenraum verschiedene Karteien und andere Arbeitsmittel zur Verfügung. Außerdem nutzen die Kinder Arbeitshefte, Schulhefte und Schulbücher.
Zu Beginn jeder Freiarbeitsstunde überlegt sich jedes Kind, in welchem Bereich (Fach, Kompetenzbereich) es sich in der Stunde verbessern möchte, und wählt demnach die zu bearbeitenden Aufgaben aus. Ihre Kompetenzübersichten helfen ihnen bei ihrer Entscheidung. Viele der Lernmaterialien beziehen sich direkt auf die Kompetenzen in den Kompetenzübersichten oder haben dazugehörige Übersichten, die die Kinder dabei unterstützen, passende Übungen auszuwählen. Gelegentlich nutzen die Kinder die Freie Arbeit auch zur direkten Vorbereitung für Probearbeiten und lernen zu zweit oder in Gruppen.
Während der Freien Arbeit ist wie in den Studierzeiten eine Honorarkraft anwesend. Soweit möglich, können daher auch zwei Räume genutzt werden, sodass es leichter ist, still arbeitende Kinder und solche, die in Gruppen arbeiten, räumlich voneinander zu trennen.

Auch in den Übergangsklassen sollte von Anfang an die Freiarbeit eingeführt werden. Dies gibt jedem Schüler die Chance seinen Lernrhythmus und seinen Lerntyp zu bedienen.

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Gestaltung der Freizeit (Mittagspause)
Die Angebote für die Freizeit sind altersgemäß zu gestalten. Während der Mittagspause gibt es folgende Räume/Plätze, die zu nutzen sind:

  • Schulhof (Aufsicht durch Honorarkraft)
  • Mensa (nur während der Essenszeit; Aufsicht durch Lehrkraft)
  • Klassenzimmer oder „Nachbarzimmer“ (Aufsichtsregelung klassenintern bzw. in Planung: Aufsicht durch entsprechend geschulte Schülerinnen aus der 9. Jahrgangsstufe; siehe Anhang)
  • Schülerbücherei
  • Sportplatz (wenn Absprache mit Mitarbeitern der offenen Ganztagsbetreuung, um dort eine Aufsicht zu gewährleisten)

In der Oberstufe brauchen die Schülerinnen mehr Freiräume, sollten aber immer wissen, wo eine Ansprechpartnerin zu finden ist.

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Angebote von Honorarkräften
Im gebundenen Ganztagsbereich bieten Honorarkräfte des Trägers zusätzliche Angebote sowie Unterstützung während der Studierzeiten an. Die Kurse sind fest im Stundenplan integriert und ergänzen den Unterricht mit einem sinnvollen Freizeit- oder Bildungsangebot. Qualifizierte Sportangebote sind ebenso erwünscht wie Handwerklich-Kreatives. Die Gruppen der Kurse variieren je nach Klassenstärke zwischen 7 und 11 Kindern. Das Kursangebot wird so gestaltet, dass die Neigungen der Schüler berücksichtigt werden, aber auch Angebote stattfinden, die qualifizierte Honorarkräfte anbieten können. Dauerhaft unterstützen und ergänzen das Jugendhaus Wiese 69 und das Theater O den gebundenen Ganztagsbereich mit regelmäßigen Trimesterangeboten. Allen Honorarkräften wird zum Kursende die Möglichkeit eines Reflexionstreffens angeboten, bei dem bereits das künftige Kursangebot vorbesprochen wird. Die Positionierung der Kurse im Stundenplan erfolgt zum jeweiligen Jahresendeund wird von den Koordinatoren der Schule und der Träger vorgedacht. Da auch für das Gelingen der Kursangebote Kontinuität von großer Wichtigkeit ist, wird versucht, Blöcke zu schaffen, in denen Honorarkräfte zusammenhängend am Haus tätig sein können. Dies steigert die Attraktivität der Arbeit und unterstützt das Bemühen, gute Honorarkräfte langfristig am Haus zu halten. Wichtige Regelungen sowie Vereinbarungen erhalten alle Honorarkräfte zu Beginn ihrer Tätigkeit ausgehändigt (siehe Anhang). Eine einführende Schulung zu Jahresbeginn zeigt die spezifischen Anforderungen der Schule sowie der Schülerklientel auf und bereitet die Honorarkräfte auf „ihre“ schulische Veranstaltung vor. Im Rahmen eines „Kursfestes“ können am Ende eines Trimesters die Ergebnisse der Arbeit aus den Kursen allen Ganztagsschülerinnen vorgestellt werden.

Kursangebote im ersten Trimester für die jeweilige Übergangsklasse und Ganztagsklasse einer Jahrgangsstufe :

Dienstags in den Klassen Üag 5/6 und 5g von 14.00 Uhr bis 15.30 Uhr:
Kurs 1: Sprechgesang/HIPHOP mit Wiese 69
Kurs 2: Film-AG mit Frau Röckelein
Kurs 3:Bewegungskurs mit einer der Sozialpädagoginnen
Kurs 4: Boote bauen mit Herrn Boekamp
Kurs 5: Kreativkurs mit einer der Sozialpädagoginnen

Montags in den Klassen Übg 5/6 und 6g von 14.00 Uhr bis 15.30 Uhr:
Kurs 1: Zaubern mit Alexander Lehmann
Kurs 2: Zirkuspädagogik, Bewegungskünste mit Herren März/Eichbauer
Kurs 3: HIPHOP mit Wiese 69
Kurs 4: Kreativkurs mit den Sozialpädagoginnen

Mittwochs in den Klassen Üag 7/8 und 7g von 9.45 Uhr bis 11.15 Uhr:
Kurs 1: Zirkuspädagogik mit Herren März, Eichbauer
Kurs 2: Theater O
Sozialpraktikum
Kurs 4: Bewegungskurs mit den Sozialpädagoginnen (Schwerpunkt liegt hier auf sozial-emotionalem Bedarf bei Schülern)

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Sozialpraktikum in Jahrgang 7
Im 7. Schuljahr besteht für die Schülerinnen die Möglichkeit, ein freiwilliges Sozialpraktikum zu absolvieren. Es findet parallel zum Kursangebot statt und umfasst daher wöchentlich 90 Minuten und jeweils 1 Trimester. Die Schülerinnen können auch mehrere Trimester lang am Sozialpraktikum teilnehmen. Dabei können sie nach einem Trimester die Einrichtung wechseln oder aber auch ihre Arbeit in der bereits gewählten Einrichtung fortsetzen.
Die Schule kooperiert zu diesem Zweck intensiv mit schulnahen Tagesstätten und Wohngruppen für Demenzkranke. Eine enge Zusammenarbeit zwischen der Betreuerin des Sozialpraktikums auf Seiten der Schule (z. B. Ganztagskoordinatorin oder Klassenlehrerin der 7. Ganztagsklasse) und der Betreuerinnen der Kinder vor Ort in den Einrichtungen trägt wesentlich zum Gelingen des Sozialpraktikums bei. So wird eine Lernsituation geschaffen, von der sowohl unsere Schülerinnen als auch die Demenzkranken in den Einrichtungen sehr profitieren.
Zu Beginn eines Trimesters werden die Schülerinnen in zwei bis drei Einheiten in der Schule auf die Arbeit mit und die besonderen Bedürfnisse von Demenzkranken vorbereitet. In der Folgewoche finden Kurzbesuche bei den Einrichtungen statt. Danach entscheiden die Kinder, in welche der Einrichtungen sie gehen möchten. Bei Bedarf können zwischendurch oder am Ende Einheiten zur Reflexion des Erlebten in der Schule eingeplant werden.

Ob man bereits Schülerinnen der Übergangsklasse in diesem Projekt einsetzen kann, muss sich zeigen. Grundsätzlich sollte dies jedoch möglich sein, sobald die Schülerinnen sich eingewöhnt haben. Häufig kommen Schülerinnen der Übergangsklassen aus Familien, in denen auch noch die Großeltern mit im Haus wohnen, somit könnten sie eine Bereicherung für das Sozialpraktikum sein.

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Praxistag in Jahrgang 8
Seit dem Schuljahr 2011/2012 bieten wir jeweils in der 8. Ganztagsklasse den „Praxistag“ an, um unsere Schülerinnen möglichst gut für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren und somit für das Berufsleben stark zu machen. Dafür nutzen wir das mittlerweile große Netzwerk der Schule zu möglichen Ausbildungsbetrieben, das das Team Berufsorientierung über Jahre aufgebaut und gepflegt hat.
Der Praxistag findet jeden Mittwoch statt und dauert einen regulären Arbeitstag. Nach jeweils einem Trimester haben die Schülerinnen die Möglichkeit, den Betrieb bzw. die Filiale zu wechseln und so innerhalb eines Schuljahres drei verschiedene Berufe kennenzulernen. Die Betriebe und Filialen befinden sich im Stadtgebiet von Nürnberg. Unternehmen und Schule treffen sich zu regelmäßigen Reflexionsgesprächen in der Schule.
Für die Umsetzung des Praxistags werden in der Ganztagsklasse zwei AWT-, eine GSE- und eine PCB-Stunde sowie die einstündige Arbeitsgemeinschaft „Arbeitswelt“ herangezogen. Jeweils zu Beginn und zum Ende eines Trimesters finden einige wenige Theorietage in der Schule in der Klassengemeinschaft statt, um die Schülerinnen sowohl auf die bevorstehenden Aufgaben als auch auf die möglichen Praktikumsplätze vorzubereiten bzw. das vergangene Trimester zu reflektieren. Unterrichtsinhalte aus dem Lehrplan der 8. Jahrgangsstufe aus den o. g. Fächern werden hier praxisbezogen umgesetzt.
Aufgrund des Praxistags entfallen für die Schüler die ansonsten üblichen zwei Wochen Betriebspraktikum. Weitere an unserer Schule seit langem implementierte Bausteine der Berufsorientierung (z. B. Kompetenzcheck, Potenzialanalyse, Projektwoche „Bewerbung“) ergänzen den Praxistag sinnvoll. Nach den Erfahrungen mit dem Praxistag konnten wir beobachten, dass die langfristige Arbeit (je 1x/Woche über 3 Monate) der Schülerinnen in den Betrieben – unterstützt durch eine enge Betreuung durch die Klassenlehrerin – sich sehr positiv auf das Selbstkonzept der Schülerinnen sowie ihre Fähigkeiten zur Selbsteinschätzung auswirkt.
Langfristig haben wir es uns als Ziel gesetzt, den Praxistag in allen unseren 8. Klassen umzusetzen.

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Dieses Papier wurde erstmals erstellt und beschlossen zu Schuljahresbeginn 2010/11 und im Mai 2012 zum ersten Mal von Sabine Nagel fortgeschrieben.
Im Juni 2013 wurde es das zweite Mal fortgeschrieben.
Es stellt den gegenwärtigen Stand unserer Arbeit dar und kann und soll daher bei Bedarf vom Team Ganztags ergänzt und/oder geändert werden.

gez. Christiane Heerwagen, Juni 2013

gez. Siglinde Schweizer, Rektorin, Oktober 2013

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Es steht eine Auswahl des Anhangs zum Download zur Verfügung:

DOWNLOAD folgender Dateien als PDF:


ANHANG in der ausgedruckten Version:

Eigenverantwortliches Arbeiten nach Klippert; Schaubild von S. 177 S. 10
Methoden-Plakate:
Wochenplanarbeit, Studierzeit, Freie Arbeit, Arbeit mit der Wörterklinik, Stationenarbeit
S. 11
Wochenplanformular Jahrgang 5 (Vorder- und Rückseite) S. 16
Wochenplanformular Jahrgang 6 (Vorder- und Rückseite) S. 17
Wochenplanformular Jahrgang 7 (Vorder- und Rückseite) S. 18
Kompetenzübersicht Soziales Lernen Jg. 5/6/7 S. 19
Kompetenzübersicht Englisch Jg. 5/6/7 S. 22
Kompetenzübersicht Mathematik Jg. 5/6/7 S. 26
Kompetenzübersicht Rechtschreibung Jg. 6 S. 28
Kompetenzübersicht Deutsch Jg. 7 S. 29
Vorlage Zielvereinbarungsgespräch S. 30
Vorlagen Zielvereinbarungen Soziales Lernen (2 Beispiele) S. 31

Lerntagebuch für die Freie Arbeit

S. 33

Ergebnisse aus der Arbeitssitzung „Systematisierung der Leseförderung“
(STIKK-Skript S. 6)

S. 34

Handreichungen für die Honorarkräfte: Kursregeln, Schul- und Klassenregeln,
Mittagspausenaufsichtsregeln

S. 35

Konzept Mittagspausenaufsicht durch Schüler/innen der Jahrgänge 9/10

S. 38

Feedbackbogen Praxistag

S. 39

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