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Projekt Forschungsreise – ein Lesebuch

 



Im Lesebuch „Forschungsreise“ kommen jugendliche Flüchtlinge, Migrantinnen und Migranten zu Wort, die erst seit Kurzem in Nürnberg leben und in einer Übergangsklasse Deutsch lernen. Die Texte und Collagen der Klasse 8/9 Üa entstanden im Schuljahr 2014/15 auf einer inneren Forschungsreise zu den zentralen Fragen Jugendlicher, die sich im Übergang befinden. Im Übergang von ihrer Heimat zu einem neuen Land. Im Übergang von der Kindheit zum Erwachsenwerden. Im Übergang von gestern zu morgen.

Im Projekt „Forschungsreise“ beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse 8/9 Üa mit verschiedenen Aspekten ihrer Biografie und lernten dabei weiter fleißig Deutsch. Sie gestalteten Collagen und schrieben kreative Texte zu den Themen: Ich, Meine Heimat, Meine erste Zeit in Deutschland und Meine Zukunft.

Es entstanden faszinierende, berührende und poetische Texte, die einen tiefen Einblick in das Abenteuer Migration, in das Leben und Denken junger Menschen in Deutschland erlauben.

Die Collagen wurden im Rahmen der Nürnberger Schulkulturtage im Juni 2015 ausgestellt.

Collage von Karen Collage von Karen Barrera

Collage von Albiona Collage von Albiona Hasani

Collage von Raji Collage von Raji Pavalarajah

Dass aus den Werken ein ganzes Lesebuch entstehen konnte, ist der Stiftung „Nürnberg - Stadt des Friedens und der Menschenrechte“, der Sparkasse Nürnberg und den Schirmherren Arif Tasdelen (MdL) sowie Michael Brückner (MdL) zu verdanken.
Im Mai 2016 wurde das Lesebuch feierlich mit einer Lesung in der Stadtbibliothek Nürnberg veröffentlicht. Die Schüler/innen, die nun schon über ein Jahr in Deutschland leben, haben ihre Texte vor Publikum in beeindruckender Weise vorgetragen.

beteiligte Schülerinnen in der Stadtbibliothek Lesung in der Stadtbibliothek

beteiligte Schülerinnen und Schüler in der Stadtbibliothek Die beteiligten Schüler/innen

Frau Liberova, Herr Tasdelen, Herr Brückner Frau Liberova mit Herrn Tasdelen und Herrn Brückner

Mit diesem Lesebuch können Nürnberger Schülerinnen und Schüler einen Eindruck gewinnen, was es heißt, neu in einem Land zu sein, dessen Sprache man noch nicht spricht oder versteht, was es heißt, meist unfreiwilllig die Heimat, Freunde und Familie, eventuell sogar die Eltern zu verlassen, um in einem anderen Land zu leben. Einige wissen oft nicht einmal, ob und wie lange sie in Deutschland bleiben können. Im Sinne von Schule ohne Rassismus- Schule mit Courage ist dieses Lesebuch ein Beitrag zu mehr Verständnis und Toleranz. Das bessere Kennenlernen des Gegenübers ist immer Grundlage und Voraussetzung für das Einüben von Toleranz. Das Lesebuch kommt an alle Nürnberger Schulen (im Sekundarbereich) und Schüler- Lesungen können jederzeit gebucht werden!

Hier eine Lese- Kostprobe aus dem Buch:

Neu in Deutschland
Ich bin neu in Deutschland und alleine mit meinem Bruder hier. Meine ersten Monate sind schwer, weil ich kein Deutsch verstehe. Ich kann nicht reden, kann nicht sagen, was ich brauche.
Ich denke immer: „Was soll ich machen?“ Ich denke immer an meine Familie. Und wenn ich in die Schule gehe: „Wie kann ich ein Asyl bekommen?“
Ich muss warten. Es ist wirklich hart.
Jetzt bin ich in einer anderen Welt mit anderen Leuten. Das ist gut für mich, aber alles Neue ist auch schwierig.
Ich kann nicht alles sagen - was „echt“ passiert ist.

Farah Almolazem (Syrien)

Carolin Buinevicius, 23.5.2016

 
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